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Ingenieurarchitekturen und Prinzipien
HAIHES
HAIHES veröffentlicht offene Ingenieurarchitekturen, die den systemischen Ansatz des Instituts bei der Arbeit mit physikalischen Prozessen in großen Infrastrukturobjekten widerspiegeln
Die veröffentlichten Materialien stellen keine Produkte oder kommerziellen Angebote dar
Ihre Aufgabe besteht darin, die ingenieurtechnische Logik, das architektonische Denken und die Arbeitsweise mit realen Systemen zu demonstrieren
Inertial Cooling Architecture
Inertiale Kühlarchitektur großer Gebäude
Allgemeines Prinzip
Das System der inertialen Kühlung ist für Objekte mit konstanter thermischer Belastung und ausgeprägten tageszeitlichen Kühllastspitzen ausgelegt
Zu solchen Objekten gehören
Rechenzentren
Flughäfen
Handels- und Logistikkomplexe
Hotels
Industriegebäude
Grundlage der Architektur ist das Prinzip der zeitlichen Steuerung von Wärme und nicht der reaktiven Bekämpfung der Temperatur zu jedem Zeitpunkt
Das System verlagert den Hauptanteil der Kühlleistung in die Nachtstunden und nutzt die thermische Trägheit der Wassermasse innerhalb des Gebäudes
Zentrales ingenieurtechnisches Prinzip
Nicht die Luft wird gekühlt, sondern die thermische Masse
Luft ist nicht in der Lage, Kälte zu speichern, und erfordert einen permanenten aktiven Betrieb der Anlagen
Wasser besitzt eine hohe Wärmekapazität, ist leicht messbar und steuerbar und kann als stabiler Kältespeicher dienen
Die Nutzung von Wasser als thermische Masse ermöglicht vorhersehbare und steuerbare thermische Prozesse im Gebäude
Systemarchitektur
Innerhalb des Gebäudes werden ein oder mehrere Wasserbehälter installiert, die als thermische Speicher fungieren
Die Behälter werden in technische Zonen integriert und greifen nicht in Betriebs- oder Nutzerbereiche ein
Der Wasserkreislauf wird über Wärmetauschereinheiten an das bestehende Kühlsystem angebunden
Die vorhandenen HVAC-Systeme arbeiten weiterhin im Normalbetrieb und müssen nicht ersetzt werden
Der inertiale Kreislauf fungiert als Überbau, der Lastspitzen glättet und das thermische Verhalten des Objekts stabilisiert
Nachtbetrieb
In den Nachtstunden
sinkt die thermische Gebäudelast
ist die Außentemperatur niedriger
arbeiten die Kühlanlagen unter günstigeren Bedingungen
In dieser Phase wird das Wasser in den Behältern abgekühlt
Es erfolgt eine Speicherung von Kälte in der thermischen Masse
Der Prozess verläuft ohne Lastspitzen und ohne Überlastung der Anlagen
Tagbetrieb
In den Tagesstunden steigt die thermische Belastung an
Die im Wasser gespeicherte Kälte wird zur Stabilisierung der Temperaturverhältnisse im Gebäude genutzt
Die Wärme wird über Wärmetauscherkreise in die Wassermasse abgeführt
Die Lufttemperatur verändert sich langsam und vorhersehbar
Die Spitzenlast der Kälteerzeuger wird deutlich reduziert
Steuerung und Kontrolle
Das System wird auf Basis einfacher und messbarer Parameter geregelt
die Wassertemperatur
die Lufttemperatur in den Zonen
die Luftfeuchtigkeit
Die Wasserzirkulation sorgt für eine gleichmäßige Temperaturverteilung und ein stabiles Systemverhalten
In seiner Funktionslogik ist das System mit einem Heizkörper vergleichbar, der im Kühlbetrieb arbeitet
Ingenieurtechnischer Effekt
Reduzierung der Spitzenlasten während der Tagesstunden
Gleichmäßigerer Betrieb der Kälteanlagen
Reduzierter Verschleiß und erhöhte Betriebssicherheit
Verbesserte Steuerbarkeit der thermischen Prozesse im Gebäude
Bezug zu ReWater
Im Betrieb von Kühlsystemen in großen Gebäuden entstehen kontinuierlich erhebliche Mengen an Kondensat
In klassischen Ingenieurkonzepten wird dieses Kondensat abgeführt und nicht weiter genutzt
In der HAIHES-Architektur wird Kondensat als kontinuierlich entstehender Ressourcenstrom betrachtet
Über eine Rewaterisierungsanlage wird es gemäß den geltenden Normen auf Trinkwasserqualität aufbereitet
Nach der Rewaterisierung wird das Wasser nicht aus dem System entfernt
Es wird Bestandteil des internen Wasserkreislaufs des Objekts
Im Fall eines Rechenzentrums wird ReWater nach entsprechender technischer Anpassung direkt in das Kühlsystem integriert
Da die Rewaterisierungsanlage kontinuierlich neues Wasser erzeugt
kommt es zu einer permanenten Erneuerung und Zirkulation der Wassermasse im System
Tag und Nacht zirkuliert das Wasser im inertialen Kreislauf
und erfüllt gleichzeitig die Funktion der thermischen Kältespeichermasse und des Kühlmediums
Kondensat entsteht weiterhin während des Betriebs
wird der Rewaterisierungsanlage zugeführt
und schließt den kontinuierlichen internen Wasserkreislauf
In klassischen Systemen wird Kondensat als Nebenprodukt betrachtet und in die Kanalisation abgeleitet
In der HAIHES-Architektur gilt Kondensat als bereits erzeugte und bezahlte Ressource
Über die Rewaterisierung wird das Kondensat gemäß den geltenden Normen auf Trinkwasserqualität gebracht
Am Ausgang entsteht sauberes Trinkwasser
ReWater wird zu einer internen Ressource des Objekts und ermöglicht einen Betrieb ohne externe Wasserentnahme
Anwendungsbeispiel 01
Rechenzentrum
Ein Rechenzentrum ist ein Objekt mit kontinuierlicher thermischer Belastung und einem 24-stündigen Betrieb der Kühlsysteme
Das nach der Rewaterisierung gewonnene Wasser wird in der Architektur wie folgt eingesetzt
Ein Teil des Wassers wird den Speichern des inertialen Kreislaufs zugeführt und bildet das Hauptvolumen der thermischen Masse
Dieselbe Wassermasse zirkuliert im System und wird für nächtliche Kältespeicherung und tageszeitliche Temperaturstabilisierung genutzt
Der Kühlkreislauf verbraucht kein Wasser im Dauerbetrieb
Das Wasser zirkuliert innerhalb des Systems und wird wiederverwendet
Zusätzlich kann Wasser für betriebliche und Servicezwecke genutzt werden
Das Ergebnis ist ein gleichmäßigerer, vorhersehbarer und laststabiler Betrieb des Kühlsystems des Rechenzentrums
Anwendungsbeispiel 02
Flughafen
Ein Flughafen ist ein großskaliges, kontinuierlich betriebenes Infrastruktursystem mit hoher operativer Verantwortung
Passagierströme erzeugen ausgeprägte tageszeitliche Wärmelastspitzen
Die Stabilität der Kühlsysteme wirkt sich unmittelbar auf Sicherheit und Komfort aus
Die Rewaterisierung innerhalb der Flughafenarchitektur löst mehrere Aufgaben gleichzeitig
Trinkwasserqualität wird genutzt für
Trinkwasserspender
Küchenbereiche
Passagierservices
Dasselbe Wasser wird als Betriebswasser eingesetzt
Sanitärbereiche
Reinigung von Fahrzeugen und Technik
technische Zwecke
Gleichzeitig wird ein erheblicher Teil des Wassers dem inertialen Kühlkreislauf zugeführt
Wasserbehälter bilden einen großvolumigen thermischen Speicher
Nachts wird Kälte gespeichert
Tagsüber nimmt die Wassermasse den Großteil der thermischen Last der Terminals auf
Die HVAC-Systeme arbeiten weiterhin im Normalbetrieb bei deutlich gleichmäßigerer Belastung
Zusammenfassende ingenieurtechnische Logik
HAIHES bietet keinen Kampf gegen Hitze oder Kälte
Die Architektur beseitigt die Fragmentierung technischer Einzellösungen und vereint Kühlung, Wasser, Energie und Zeit zu einem steuerbaren Gesamtsystem
Es werden bestehende Prozesse genutzt
bestehende Infrastruktur
natürliche physikalische Eigenschaften von Wasser
Das Ergebnis wird nicht durch zusätzliche Komplexität erzielt, sondern durch die Beseitigung von Denkfehlern in der Ingenieurplanung
Grenzen der Anwendbarkeit
Die Architektur entfaltet ihre maximale Wirkung bei Objekten mit
kontinuierlicher oder lang andauernder thermischer Belastung
großen Innenvolumina
ausgebauter Wasser- und Klimatechnik
Für kleinere Objekte mit sporadischem Kühlbedarf ist das System nicht sinnvoll
Es handelt sich nicht um eine universelle Lösung für alle Gebäudetypen
sondern um ein ingenieurtechnisches Prinzip für große Infrastruktursysteme
Ausfallsicherheit und Trägheit
Der Einsatz von Wasser als zentrales Arbeits- und Trägermedium verleiht dem System eine zeitliche Reserve
Bei Laständerungen, Anlagenausfällen oder äußeren Einwirkungen reagiert das System nicht mit sofortiger Überhitzung
sondern bleibt aufgrund der thermischen Masse stabil
Die Trägheit des Wasserkreislaufs verschafft dem Betriebspersonal Zeit für Entscheidungen
und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Stör- und Notbetriebszuständen
Architektur als Denkweise
Das dargestellte Konzept ist keine Technologie, kein Produkt und kein Gerät
Es handelt sich um ein ingenieurtechnisches Prinzip für Planung und Betrieb großer Objekte
Die Architektur bekämpft weder Klima, Last noch Temperatur
Sie arbeitet mit ihnen, indem sie die Physik des Mediums und die zeitlichen Eigenschaften der Prozesse nutzt
Genau dieser Ansatz ermöglicht Systeme, die langfristig stabil und vorhersehbar bleiben